{"id":422,"date":"2015-04-19T12:42:40","date_gmt":"2015-04-19T12:42:40","guid":{"rendered":"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/?page_id=422"},"modified":"2015-04-20T19:09:22","modified_gmt":"2015-04-20T19:09:22","slug":"1-ordination-1999","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/?page_id=422","title":{"rendered":"1. Ordination 1999"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\">1. ORDINATION von M\u00f6nchen und Nonnen\u00a0am 25. April 1999<\/h5>\n<hr \/>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Die Grund\u00e4tze des ersten abendl\u00e4ndischen Zen-Ordens \u201eOffene Weite&#8220;<\/h5>\n<p class=\"txt_gelb\" style=\"text-align: justify;\">Aus der Einf\u00fchrung und begleitende Erl\u00e4uterungen von Taiku zur Ordinationszeremonie am 25. April 1999<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Ordinationszeremonie (Jukai)<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind jetzt hier und heute zusammengekommen, um, so wie es die Tradition im Zen-Buddhismus ist, die Zeremonie der Weitergabe der Regeln Buddhas, der Gebote, der Kais in der Gemeinschaft, diesen besonderen Ritus durchzuf\u00fchren.<br \/>\nIn diesem Ritus werden einige Sch\u00fcler durch die \u00dcbergabe der Kais, der Linienurkunde und der \u00dcbergabe des Rakusus, des Symbols des Flickengewandes Buddhas zu Sch\u00fclern in der Nachfolge von Buddha Shakyamuni.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die heutige Zeremonie hat dar\u00fcber hinaus aber eine ganz besondere Bedeutung. Sie erfolgt erstmals in der Kakunen taisei zen shu, der abendl\u00e4ndischen westlichen Zen-Schule \u201eOffene Weite&#8220;, die wir am 1. 6. 1998 hier gegr\u00fcndet haben und die heute hier ihre Manifestation durch die Weitergabe der Regeln erf\u00e4hrt. Seit fast 13 Jahren wird hier im Zendo der Zen-\u00dcbungsweg, der von Buddha Shakyamuni \u00fcber Bodhidharma, Dogen Zenji, Taizen, Deshimaru Roshi und Sekkei Harada Roshi in den Westen hier zu uns \u00fcberlieferten Zen-Weg weitergegeben an alle Menschen, die dies m\u00f6chten.\u00a0Diese Weitergabe des Zen, des Zazen-\u00dcbungsweges und die Weitergabe der Regel, der Kais Buddhas geh\u00f6ren als Basis\/ Essenz zu einer Zen-Schule oder Gemeinschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor undenklichen Zeiten hat der gro\u00dfe Kalligraph den Pinsel angesetzt, um einen leeren Kreis zu malen. Jetzt und hier erreicht der Pinsel den Ausgangspunkt, der Kreis schlie\u00dft sich, vollendet sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die am 1.6.1998 begr\u00fcndete Kakunen Shu wird heute am 25.4.1999 zur unabh\u00e4ngigen westlich abendl\u00e4ndischen Zen-shu &#8211; der Lebens\u00fcbungsschule &#8222;Offene Weite&#8220;. Und noch ein Schritt wird jetzt und hier als etwas Neues in einer Zen-shu vollzogen: In den Orden, die Ordensgemeinschaft OFFENE WEITE innerhalb der Kakunen taisei zen shu werden die ersten Ordensleute oder Ordensangeh\u00f6rige aufgenommen als Schwestern und Br\u00fcder der Ordensgemeinschaft. Das ist ein mutiger Schritt f\u00fcr alle Beteiligten. Etwas Neues beginnen, sich auf Unbekanntes einlassen, das erfordert Mut und gro\u00dfes Vertrauen -Vertrauen in dieses gro\u00dfe Geschehen. Im Zen-Buddhismus v\u00f6llig neu, aber an unserer abendl\u00e4ndischen kl\u00f6sterlichen Tradition orientiert stehen \u00fcber diesem neuen westlichen Orden als Leitworte\/ Grunds\u00e4tze:\u00a0<span class=\"txt_fett\">Armut, Treue, Gehorsam<\/span>.<br \/>\nDies sind uralte m\u00f6nchische Ideale, aber wenn ihr genau hinseht, sind alle in den Kais und dem h\u00f6chsten Kai &#8211;\u00a0<span class=\"txt_fett\">Zazen<\/span>\u00a0&#8211; enthalten. Wer sich auf einen spirituellen \u00dcbungsweg begibt, mu\u00df zur Einfachheit und Klarheit urspr\u00fcnglichen Lebens zur\u00fcck finden. Aber wie kann es gelingen, die Einfachheit und Klarheit eines Klosterlebens in unser von Konsumstress und rastloser Aktivit\u00e4t gepr\u00e4gtes Alltagsleben zu integrieren? Wie eine neue Klarheit, eben eine neue Klarheit und Bescheidenheit, in unserer t\u00e4gliches Leben bringen? Gel\u00fcbte, Disziplin sind unabdingbare Voraussetzungen jeder spirituellen Entwicklung. Gel\u00fcbte bestimmen die kl\u00f6sterliche Lebensweise. M\u00f6nche und Nonnen aller Religionen und Traditionen streben nach Vollkommenheit, indem sie bem\u00fcht sind, den Gel\u00fcbten\/ Grunds\u00e4tzen Armut, Keuschheit, Gehorsam zu folgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr uns Menschen in der Welt, im Alltagsleben beinhalten diese Gel\u00fcbte viel umfassendere Wahrheiten, die auf alle Lebensaspekte anwendbar sind:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"txt_fett\">Armut<\/span>\u00a0bedeutet hier die rechte Einstellung zur gesamten materiellen Umwelt, bedeutet eine Lebensweise entwickeln, die ohne Anhaftung mit der Umwelt im Einklang steht und die auch den eigenen k\u00f6rperlichen und seelischen Befindlichkeiten entspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"txt_fett\">Treue<\/span>\u00a0hei\u00dft die rechte Art und Weise in der alle Menschen, alle Paare, alle Gemeinschaften miteinander umgehen sollten, in Ehrlichkeit und Vertrauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"txt_fett\">Gehorsam<\/span>\u00a0definiert die rechte Beziehung zwischen den Menschen und dem grenzenlosen ewigen Universum (Gott), die rechte Beziehung, Harmonie zwischen dem Willen, dem Wollen von uns Menschen und dem Willen und Wollen des kosmischen Planes (Gottes Wille). Aber \u201enicht mein, sondern Dein Wille geschehe&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sinn kl\u00f6sterlichen Lebens von M\u00f6nchen und Nonnen aller Zeiten und des Lebens der Angeh\u00f6rigen des Zen-Ordens Kakunen &#8211; Offene Weite &#8211; unter den Grunds\u00e4tzen von Armut, Treue und Gehorsam ist es, den Menschen heil, ganz werden zu lassen, sowohl in sich selbst, als auch in der Beziehung zur gro\u00dfen Mutter Erde\/ unserer ganzen Umwelt.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Reuebekenntnis (Sangemeon)<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Gatha der Reue hat folgende Bedeutung: \u201eAlle schlechten Taten (\u00dcbeltaten) jemals durch mich begangen in zur\u00fcckliegender Zeit, in Abh\u00e4ngigkeit von meiner anfanglosen Gier, Ha\u00df und Unwissenheit, entstanden aus meinem K\u00f6rper, meinen Reden, meinem Denken, jetzt bekenne und bereue ich alles von ganzem Herzen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" id=\"newimg\" class=\" alignright\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/bilder\/ord1_01.jpg\" alt=\"\" \/>Weil dieses Bereuen (Sange) so wichtig ist, wird es dreimal gesungen. \u201eSchlechte Taten&#8220;, die wir bereuen, haben nichts mit S\u00fcnde und Schuld im herk\u00f6mmlichen Sinne zu tun. Schlechte Taten, B\u00f6ses, S\u00fcnde, \u00dcbel, das sind Benennungen von Hindernissen bei der Verwirklichung des Buddha- Weges. Nicht moralisch\/ ethisch schlechtes Tun, Reden, Denken, sondern Hindernisse, die wir so aufbauen, den Zen- Weg wirklich zu gehen und zu unserer Erleuchtung zu erwachen. Dieses Hindernis verstehen wir als S\u00fcnde, als \u201eB\u00f6ses&#8220;. Ursachen f\u00fcr diese Hindernisse (schlechte Taten) sind Habgier (Haben wollen), Wut, Ha\u00df (Wegschaffen wollen) und Unwissenheit\/V erblendung (Mumio &#8211; kein Licht), Dunkelheit. \u201eJetzt bereue ich alles&#8220;. Ich bereue alle S\u00fcnden, jetzt in diesem Augenblick, an diesem Ort &#8211; hier und jetzt &#8211; im Einklang mit der Wirklichkeit, der Wahrheit unseres Lebens &#8211; so wie es so ist &#8211; jetzt! Und das ist der Zustand von Zen, die Zen- Wirklichkeit, die Wirklichkeit des gro\u00dfen Lebens. Wirkliches Sange &#8211; jisso sange -, wahrhaftes Bereuen bedeutet im Zen- Buddhismus, diese Wahrheit zu realisieren, eins zu sein mit der Wirklichkeit, eintreten in die Stille vor der Stille, erreichen des Wesens aller Dinge. Und genau da k\u00f6nnen die Kais, die Regeln, die Lebensgrunds\u00e4tze eingehalten werden, genau da. Daher \u00fcbt eifrig weiter Zazen und mit dem Verschwinden von Mumyjo, der Dunkelheit, verschwinden Gier, Ha\u00df\/ Wut und Unwissenheit und damit alle Hindernisse, alles B\u00f6se. Harada Rosshi sagt: \u201eZazen ist ein Ausdruck von Bereuen&#8220;. Alle, die das Reuesutra rezitiert haben, sind dadurch rein geworden, frei von Schmutz. Wir alle &#8211; klar und rein! Und so rein ( wie nach dem Duschen), v\u00f6llig nackt nehmt ihr Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies sind die ersten der 16 Kais, die ihr \u00fcbernehmt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"txt_gelb\">Seid eins mit Buddha<br \/>\nSeid eins mit der Wahrheit (Dharma)<br \/>\nSeid eins mit der Gemeinschaft (Sangha).<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Zufluchtnahme (Sankiraimon)<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">In reinem, bedingungsfreien Zustand habt ihr die drei Kostbarkeiten fundamental erhalten. Die \u00dcbernahme der Kais macht diesen Zustand sicherer, fester und bekr\u00e4ftigt den Zustand der Reinheit. Ihr seid die drei Kostbarkeiten. Ihr seid die Wirklichkeit, die Wahrheit selbst.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><\/div>\n<p class=\"txt_gelb\" style=\"text-align: justify;\">Als n\u00e4chstes \u00fcbergebe ich euch die grundlegenden Regeln oder reinen Vorschriften:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><span class=\"txt_fett\">Tue nichts B\u00f6ses<\/span>Das hei\u00dft nicht \u201edu darfst nicht&#8220;, vielmehr bedeutet dies \u201ekann nicht sein&#8220;, \u201egeht nicht&#8220; &#8211; wenn ihr eins werdet mit dem Wollen des Universums.<br \/>\nB\u00f6ses kann nicht sein, in der Wahrheit an sich. Erst wenn ihr nicht in Harmonie seit mit der Wa<img decoding=\"async\" id=\"newimg\" class=\" alignright\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/bilder\/ord1_02.jpg\" alt=\"\" \/>hrheit eures gro\u00dfen Lebens, au\u00dferhalb der Regeln, gegen die Kais, dann wird dies zu einer Form von B\u00f6sem (Hindernisse).<br \/>\nWir leben in st\u00e4ndig wechselnden Rollen. Abh\u00e4ngig von der Umgebung, der Zeit, den Umst\u00e4nden ist man Sohn\/Tochter\/Arbeitskollege\/Enkel\/Ordensangeh\u00f6riger.<br \/>\nBedingt durch Ursache und Wirkung (Inensetsu) wechselt dies st\u00e4ndig. In allen dieses Umst\u00e4nden als Mensch zu aggieren und zu reagieren entsprechend dieser Umst\u00e4nde, in Einklang dieser Regeln, den Geetzen der Welt und dem Wollen des kosmischen Plans, das meint die erste Vorschrift.<\/li>\n<li><span class=\"txt_fett\">Tue Gutes<\/span>Die zweite reine Vorschrift. Diese reine Regel schlie\u00dft die erste \u201eTue nichts B\u00f6ses&#8220; und die dritte Regel vollkommen ein:<\/li>\n<li><span class=\"txt_fett\">Tue Gutes f\u00fcr Andere und l\u00e4utere deinen Geist<\/span>Sie sind dies positiven Seiten der ersten Regel. Dies ist Boddhisattva-Geist. Nicht f\u00fcr sich allein, sondern f\u00fcr das Wohlergehen von Anderen, von allen Lebewesen. Diese drei grundlegenden reinen Regeln gehen den 10 wichtigen Regeln voraus. Die sind ein mehr konkreter Weg um zu zeigen, wie man so lebt und ist.Ich frage euch jetzt: Seit ihr bereit diese drei grundlegenden Regeln zu \u00fcbernehmen, zu bewahren und bestm\u00f6glich zu befolgen, dann beantwortet mit: \u201eJa, ich will&#8220;. (Antwort)<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"txt_gelb\" style=\"text-align: justify;\">Die zehn wichtigen Kais (Regeln)<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Dai ichi fu sessho kai &#8211; Nicht t\u00f6ten<\/li>\n<li>Dai ni fu chuto kai &#8211; Nicht stehlen<\/li>\n<li>Dai san fu jain kai &#8211; Nicht unreine Sexualit\u00e4t<\/li>\n<li>Dai yo fu mogo kai &#8211; Nicht l\u00fcgen<\/li>\n<li>Dai go fu koso kai &#8211; nicht Drogen mi\u00dfbrauchen<\/li>\n<li>Dai roku fu akuko kai &#8211; nicht \u00fcber Fehler Anderer reden<\/li>\n<li>Dai shishi fu ken hozai kai &#8211; nicht sich selbst loben und Andere herabsetzen<\/li>\n<li>Dai hachi fu rosetsu kai &#8211; nicht geizig sein (mit dem Dharma)<\/li>\n<li>Dai kyu fu anken kai &#8211; nicht w\u00fctend sein<\/li>\n<li>Dai jiu fu bodaya hosanbo kai &#8211; nicht die drei Sch\u00e4tze Buddha-Dharma- Sangha herabsetzen l\u00e4stern (Vorw\u00fcrfe)<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Gebote, Verhaltensregeln, h\u00e4ngen sehr eng mit dem Alltagsleben zusammen.<\/p>\n<p><strong>1. Nicht t\u00f6ten (kein Leben nehmen)<\/strong><\/p>\n<p>Bodhidarma sagt dazu: \u201eDie Selbstnatur ist unfassbar wundervoll. Im ewigen Dharma den Gedankender Vernichtung nicht aufkommen zu lassen ist das Gebot nicht zu t\u00f6ten. In der Wahrheit, der Wirklichkeit jenseits dualistischen Denkens ist die Zweiteilung von \u201et\u00f6ten&#8220; und \u201egeet\u00f6tet werden&#8220; aufgehoben. Dogen sagt dazu: \u201eDas Leben Buddhas aufrecht erhalten, zu leben, hei\u00dft nicht zu t\u00f6ten&#8220;. Achtung vor dem Leben!<\/p>\n<p><strong>2. Nicht stehlen (nur nehmen was einem gegeben wird)<\/strong><\/p>\n<p>Im gro\u00dfen Universum gibt es kein \u201eMein&#8220; und kein \u201eDein&#8220;. Was k\u00f6nnate man stehlen, was einem gestohlen werde? In dieses Gebot geh\u00f6rt die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit. Gro\u00dfz\u00fcgigkeit \u00fcben, indem ich meine Zeit, Energie, materiellen Mittel mit denen teile, die sie brauchen.<\/p>\n<p><strong>3. Keinen unreinen Sex<\/strong><\/p>\n<p>Bodhidarma: \u201eDie Selbstnatur ist unfassbar wundervoll. Im Bereich des Dharmas des Nichtanhaftens, Gedanken an anhaften nicht aufkommen lassen, wird das Febot Sexualit\u00e4t nicht zu missbrauchen genannt&#8220;. Einfacher: Kein liebloser, gieriger Sex, keine Ausnutzung eines anderen zu seiner reinen sexuellen Befriedigung, sondern liebevolles Zugetansein.<\/p>\n<p><strong>4. Nicht l\u00fcgen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bodhidarma: \u201eDie Selbstnatur ist unfassbar wundervoll. Im Bereich des Dharma der jenseits allen Ausdrucks ist, kein einziges Wort zu predigen, wird das Gebot nicht l\u00fcgen genannt&#8220;. Harada Roshi bezieht diese Regel besonders auf Zen-\u00dcbende, die meinen und erz\u00e4hlen, dass sie was erreicht haben. Dies ist L\u00fcge und Hindernis auf dem Weg zum wahren Selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Nicht Drogen missbrauchen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hierbei geht es um alle Mittel, welche die Wirklichkeit, die Wahrheit des Lebens \u201evernebeln&#8220;. Alles was, wie auch immer \u201ebetrunken&#8220; macht f\u00e4llt als \u201eDrogen&#8220; unter diese Regel. Das k\u00f6nnen selbst die Reden gro\u00dfer Meister sein, dann n\u00e4mlich, wenn man Worte absolut setzt. Worte sind immer nur ein Versuch etwas zu beschreiben, niemals die Wirklichkeit, die Wirklichkeit an sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6. Nicht \u00fcber Fehler anderer reden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir neigen vielfach dazu mit dem Finger auf andere zu zeigen, ihre \u201eFehler&#8220; anzuprangern. Bedenkt, dass nur der Zeigefinger in Richtung des anderen weist. Mindestens drei Finger weisen auf einen selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>7. Nicht sich selbst loben und andere tadeln<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stellt man sich selbst heraus, wertet man andere ab. \u201eKein Ich gegen das Du setzen&#8220;, sagt Bodhidarma dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>8. Nicht geizig sein<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das gilt f\u00fcr alle materiellen Dinge, aber viel mehr gilt es f\u00fcr Geiz an Liebe, an Respekt, an Vertrauen. Im Zen bedeutet dies weitergeben was man selbst bekommen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>9. Nicht w\u00fctend sein<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das wohl schwierigste Gebot \u00fcberhaupt. Hass &#8211; vielfach eng verbunden mit Wut &#8211; ist eins der gr\u00f6\u00dften Geistesgifte, die den Weg v\u00f6llig verdunkeln. Fast immer wird man w\u00fctend wenn das Ego-Ich sich behauptet. Ich werde oft w\u00fctend wenn ich erlebe, wie Zen-Menschen mit den Kais umgehen, wie l\u00e4ssig sie es mit dem Weg nehmen. Auch f\u00fcr mich immer wieder eine gute \u00dcbung dieser Regel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>10. Nicht die drei Kostbarkeiten (Sch\u00e4tze) herabsetzen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kritisieren, als unwichtige buddhistische Wortspiele abtun &#8211; wie im Zen leider verbreitet &#8211; sich raussuchen was man mag und damit trennen, das bedeutet Buddha, Dharma und Sangha herabsetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies sind die zehn wichtigen Regeln, die ich kurz erkl\u00e4rt habe und jetzt an euch weitergebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich frage euch jetzt: Wollt ihr diese Kais \u00fcbernehmen, bewahren und im Leben bestm\u00f6glich einhalten, dann antwortet mit \u201eJa ich will&#8220;(Antwort)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Einleitung zu dieser Ordenszeremonie habe ich euch die Grund\u00e4tze des Zen-Ordens Offene Weite kurz erl\u00e4uter: Armut, Treue, Gehorsam. Armut als wahre Freiheit. Treue als Vertrauen und Verl\u00e4sslichkeit und Gehorsam als Geborgenheit im Scho\u00df der grenzenlosen offenen Weite universellen Lebens. Die Kais, die 16 Regeln, die ihr erhalten habt, sind die Essens, die Basis der Ordensregeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich frage euch jetzt: Seit ihr bereit Angeh\u00f6rige (Schwestern und Br\u00fcder) dieses Ordens zu werden, wollt ihr euer Leben ausrichten auf diese Grunds\u00e4tze der Ordensgemeinschaft der Kakunen taisei zen shu, dann antworten: \u201eJa, ich will&#8220;. (Antwort)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Gr\u00fcnder-Prior nehme ich euch nach diesem Gel\u00f6bnis als Angeh\u00f6rige des Ordens auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr erhaltet jetzt eure Rakusus, die Symbole des Buddha-Flickengewandes und eure Ketsamyku, die Urkunde des Blutes als Beweis, dass ihr jetzt wahre Sch\u00fcler Buddhas und Ordensangeh\u00f6rige seid und ein Dharmaname und das Abschneiden der Haare geben euch die Identit\u00e4t eines Zen-M\u00f6nches oder einer Zen-Nonne in unserer Schule\/Gemeinschaft OFFENE WEITE.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. ORDINATION von M\u00f6nchen und Nonnen\u00a0am 25. April 1999 Die Grund\u00e4tze des ersten abendl\u00e4ndischen Zen-Ordens \u201eOffene Weite&#8220; Aus der Einf\u00fchrung und begleitende Erl\u00e4uterungen von Taiku zur Ordinationszeremonie am 25. 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