{"id":425,"date":"2015-04-19T12:44:10","date_gmt":"2015-04-19T12:44:10","guid":{"rendered":"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/?page_id=425"},"modified":"2015-04-19T12:44:10","modified_gmt":"2015-04-19T12:44:10","slug":"2-ordination-2003","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/?page_id=425","title":{"rendered":"2. Ordination 2003"},"content":{"rendered":"<h5>2. ORDINATION von M\u00f6nchen und Nonnen<br \/>\nam 25. April 2003<\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5>Taiku Roshis Worte zur 2. ORDINATION am 25. April 2003<\/h5>\n<p class=\"txt_gelb\">KUSEN vor der Ordination<\/p>\n<p>Heute am Gr\u00fcndungstag von Kakunen-shu werden wir zum zweiten Mal eine Jukaizeremonie, ein Ordinationsritual durchf\u00fchren und f\u00fcnf Novizen \u00fcbernehmen die Kais, die Gel\u00fcbde, die Gebote und werden Angeh\u00f6rige unseres Zen-Ordens &#8222;Offene Weite&#8220; &#8211; Kakunen -.<br \/>\nDies Ritual ist zwar \u00e4u\u00dferes Geschehen, aber subtil ber\u00fchrt es die Grundfeste unserer Existenz. Im Buddhismus hei\u00dft es daher, dass das Ablegen der Gel\u00fcbde, die \u00dcbernahme der Kais, f\u00fcnf Generationen vor uns und f\u00fcnf Generationen nach uns befreit.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Geschehen!<\/p>\n<p>Und dann m\u00f6chte ich heute etwas erkl\u00e4ren. Ich orientiere mich dabei an den Lehren eines alten Zen-Patriarchen.<br \/>\nZun\u00e4chst einmal umfasst der Zen-Weg, der Buddhaweg drei grundlegende Elemente, n\u00e4mlich die Gebote\/Gel\u00fcbde (kai), Zazen (jo) und Satori-Weisheit (e).<br \/>\nDiese drei stellen zwar eine Einheit dar, aber man kann sagen, die Gel\u00fcbde\/Kais sind das Fundament, auf dem Zazen aufbaut und beide werden von Satori &#8211; Erwachen &#8211; gekr\u00f6nt. Diese Beziehung stellt sich sehr sch\u00f6n am Beispiel eines Hausbaus dar:<br \/>\nDie Kais sind der Bauplatz, das Fundament, Zazen ist das Geb\u00e4ude selbst und Satori &#8211; erwachte Weisheit &#8211; die Ausstattung. Dann ist alles komplett, man kann dort wohnen.<\/p>\n<p>So sind die Kais, Zazen und erwachte Weisheit untrennbar miteinander verbunden.<br \/>\nBei dem Haus-Beispiel hei\u00dft das, dass der Grund und Boden, die Basis erst Wert gewinnt, wenn ein Haus darauf gebaut wird. Und ein Haus wird erst wirklich bewohnbar, wenn es ausgestattet ist, wenn ein Garten angelegt ist.<br \/>\nErst durch alle drei Bestandteile entsteht ein kompletter Lebensraum.<\/p>\n<p>Was sind nun diese Kais, Gel\u00fcbde, Gebote? Ich werde in der Ordinationszeremonie ausf\u00fchrlich etwas dazu sagen.<br \/>\nAber summa summarum ergeben sich 16 Aspekte und diese 16 Richtlinien sind keine schwer zu haltenden von au\u00dfen auferlegten Gebote oder Verbote. Sie beschreiben vielmehr ein Verhalten, das ganz nat\u00fcrlich aus der Buddhanatur erw\u00e4chst.<br \/>\nDiese seit altersher \u00fcberlieferten sechzehn Gel\u00fcbde sind in der Zen-Tradition f\u00fcr M\u00f6nche\/Nonnen und Laien-Ordinierte v\u00f6llig gleich. M\u00f6nche gehen ins Kloster und gehen den Weg in einer Klostergemeinschaft (sie verlassen das Haus = shukke tokudo). Laien-Ordinierte leben in der Familie und gehen den Weg im Alltagsleben (zu Hause = zaike tokudo).<\/p>\n<p>Wer also die Regeln, die Gel\u00fcbde \u00fcbernimmt, sollte sich bewusst sein, dass sie der nat\u00fcrliche Ausdruck einer harmonischen Lebensf\u00fchrung sind, die sich aus der Buddhanatur, dem Licht des gro\u00dfen Lebens ergibt.<br \/>\nAlle Lebewesen besitzen als Geburtsrecht die Buddhanatur und daher sollte sich auch jeder bem\u00fchen, diese grundlegenden Regeln einzuhalten, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von Ordinationsritualen.<\/p>\n<p>Ja, eine \u00e4u\u00dfere Verpflichtung zum Einhalten und Sch\u00fctzen der Kais mag wie eine Einschr\u00e4nkung wirken, aber f\u00fcr den, der sich auf den Weg macht, ist \u00dcbernahme der Gebote, ist Ordination der erste Schritt wie Dogen Zenji es auch betont.<br \/>\nSie sind die Grundlage, die Basis, das Fundament. Wie soll man ein Haus bauen, wenn man keinen Grund und Boden besitzt? Genau so unm\u00f6glich ist es, nach den Lehren der alten Meister Fortschritte auf dem Weg im Zazen zu machen, wenn die Grundlage der Gel\u00fcbde fehlt.<br \/>\nSo werden undisziplinierte Menschen, eben Faule, Willensschwache, Ungeduldige, Unmoralische, zur Disziplin des Zazen nicht in der Lage sein.<br \/>\nSo ist ein diszipliniertes Leben Grundlage f\u00fcr den Buddha-Weg, f\u00fcr den Zen-Weg.<br \/>\n&#8222;Die Wurzel eines disziplinierten Lebens und der Zazen-\u00dcbung sind die Kais, die Gel\u00fcbde&#8220; sagte ein alter Zen-Meister. Und auf die Frage &#8222;Was ist dann Zen?&#8220; antwortet er: &#8222;Zen ist das Erlangen des Friedens und der Gelassenheit, die im Kern unseres Wesens, das hei\u00dft in unserer Buddhanatur liegen. Zen ist die Verwirklichung unserer Buddhanatur mitten im Leben.&#8220;<br \/>\nDie Kais, die Gel\u00fcbde im Zen sind also danach in derselben Buddhanatur begr\u00fcndet &#8211; ihr Inhalt ist ein und derselbe -; der einzige Unterschied liegt darin, dass die Gel\u00fcbde, die Kais, Regeln sind, die man von au\u00dfen annimmt, an die man glaubt und die man sich einzuhalten bem\u00fcht, w\u00e4hrend Zen eine Praxis ist, ein \u00dcbungs-Weg, der zur Realisation der eigenen Buddha-Natur f\u00fchrt. Der so gewonnene innere Frieden, diese offene Weite des gro\u00dfen Lebens f\u00fchrt dazu, dass man die Regeln, die Gel\u00fcbde nat\u00fcrlich spontan als Bestandteil des eigenen Lebens erkennt und ganz nat\u00fcrlich freiwillig nach ihnen lebt.<br \/>\nRegeln und Gebote, diese Begriffe sind so gesehen auch nicht sehr zutreffend. Besser w\u00e4re der Begriff<br \/>\n&#8222;Merkmale eines guten Charakters&#8220;, Prinzipien also, die das Verhalten eines Menschen des Weges, eben eines Buddhas auszeichnen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nur aufrichtig versuchen auf unserem Weg nach diesen &#8222;Merkmalen eines guten Charakters&#8220; zu leben, im Einklang mit dem Dharma, im Einklang mit der nat\u00fcrlichen Ordnung der Dinge, im Einklang mit dem gro\u00dfen Leben. Mit den Gel\u00fcbden legen wir das Fundament, tun wir den ersten Schritt.<\/p>\n<p>Am 25. April 1999, heute vor vier Jahren, sind wir auch hier im Zendo zusammengekommen, um entsprechend zen-buddhistischer Tradition das Jukai-Ritual, das Ritual der Weitergabe der Kais, der Regeln, der Gebote Buddhas, durchzuf\u00fchren. In diesem Ritus werden auch heute, am 4. Geburtstag der ordinierten Br\u00fcder und Schwestern, f\u00fcnf Novizen durch die \u00dcbergabe und \u00dcbernahme der Kais, der Gebote, zu Sch\u00fclern in der Nachfolge von Buddha Shakyamuni. Sie werden gleichzeitig mit ihrem &#8222;Ich will&#8220; zu Angeh\u00f6rigen, oder besser: Br\u00fcdern und Schwestern, im Zen-Orden &#8222;Offene Weite.&#8220;<\/p>\n<p>Vor 4 Jahren wurden erstmals im Kakunen-Zen die Kais weitergegeben. Weitergabe des Zen-\u00dcbungswegs \u00fcber viele Jahre und Weitergabe der Regeln, der Kais am 25.4.99 manifestierten die unabh\u00e4ngige, westlich-abendl\u00e4ndische Zen- shu Kakunen, die Lebens-Schule &#8222;Offene Weite.&#8220;<\/p>\n<p>Aber wir haben an diesem Tag noch einen weiteren Schritt hier auf unserem Boden getan. V\u00f6llig neu in einer Zen-shu, aber in einer gro\u00dfen Vision, begr\u00fcndeten wir die Ordensgemeinschaft &#8222;Offene Weite&#8220;, und es war ein gro\u00dfes, grenz\u00fcberschreitendes Geschehen und f\u00fcr mich pers\u00f6nlich darin eingesetzt sein als Werkzeug von viel Gr\u00f6\u00dferem, vielleicht als Werkzeug des Mysteriums des gro\u00dfen Lebens. Damals habe ich gesagt: &#8222;Das ist ein wichtiger Schritt f\u00fcr alle Beteiligten, etwas Neues beginnen, sich auf Unbekanntes einlassen, das erfordert Mut und gro\u00dfes Vertrauen &#8211; Vertrauen in dieses gro\u00dfe Geschehen.&#8220;<br \/>\nHeute sage ich: Mut und Vertrauen in sich selbst, in seine M\u00f6glichkeiten.<br \/>\nDer Verlust von Mut und Vertrauen kann tiefgreifende Folgen haben f\u00fcr sich selbst und auch f\u00fcr den Orden, die Br\u00fcder und Schwestern einer besonderen Familie.<br \/>\nUnd daher haben wir heute hier versammelt Novizen, die sich in Kenntnis der Probleme, die bei einzelnen Ordinierten entstanden sind, lange pr\u00fcfen konnten, ob ihr Mut und Vertrauen stark genug sind, um offenen Herzens &#8222;Ja, ich will&#8220; sagen zu k\u00f6nnen zu den Ordensgrunds\u00e4tzen: Armut, Treue, Gehorsam.<\/p>\n<h5>Das ist eine Lebensentscheidung.<\/h5>\n<p>Das ist keine Dekoration mit \u00c4u\u00dferlichkeiten. Das ist die Entscheidung und das Gel\u00f6bnis zur Einfachheit und Klarheit urspr\u00fcnglichen Lebens zur\u00fcckzufinden.<br \/>\nDas ist nach Dogen Zenji der erste Schritt auf dem Weg.<\/p>\n<p>Und dann hei\u00dft es: Gehen, nicht Ausruhen. Und daher ist jedes Ordinationsritual auch eine Pr\u00fcfung, R\u00fcckbesinnung und Erneuerung des &#8222;Ja, ich will&#8220; f\u00fcr alle, die die Kais \u00fcbernommen haben, f\u00fcr alle Ordinierten.<br \/>\nManchen mag es im Nachhinein immer noch nicht klar sein, ja ihn vielleicht sogar schaudern lassen, worauf man sich mit diesem &#8222;ersten Schritt&#8220; wirklich einl\u00e4sst.<br \/>\nAber den Zen-Weg wirklich gehen, das hei\u00dft nun einmal sich auf Armut, Treue, Gehorsam uneingeschr\u00e4nkt einzulassen, sonst hat das mit Zen-Weg oder sonst &#8222;einen wahren spirituellen Weg gehen&#8220; nichts zu tun.<\/p>\n<p>Was bedeuten diese Ordensgrunds\u00e4tze f\u00fcr euch, f\u00fcr uns und alle Menschen des Weges? Armut, Treue, Gehorsam.<br \/>\nDies sind uralte m\u00f6nchische Ideale, aber wenn ihr genau hinseht, sind alle in den Kais und dem h\u00f6chsten Kai &#8211; Zazen &#8211; enthalten.<br \/>\nWer sich auf einen spirituellen \u00dcbungsweg begibt, muss zu Einfachheit und Klarheit urspr\u00fcnglichen Lebens zur\u00fcckfinden.<br \/>\nAber wie kann es gelingen, die Einfachheit und Klarheit eines Klosterlebens in unser von Konsumstress und rastloser Aktivit\u00e4t gepr\u00e4gtes Alltagsleben zu integrieren?<br \/>\nWie einen tieferen Sinn, eben eine neue Klarheit und Bescheidenheit in unser t\u00e4gliches Leben bringen?<\/p>\n<p>Gel\u00fcbde, Disziplin sind unabdingbare Voraussetzungen jeder spirituellen Entwicklung. Gel\u00fcbde bestimmen die kl\u00f6sterliche Lebensweise.<br \/>\nF\u00fcr uns Menschen in der Welt, im Alltagsleben, beinhalten diese Gel\u00fcbde viel umfassendere Aspekte\/Wahrheiten, die auf alle Lebensaspekte anwendbar sind.<\/p>\n<p>ARMUT bedeutet hier die rechte Einstellung zur gesamten materiellen Umwelt, bedeutet eine Lebensweise entwickeln, die ohne Anhaftung mit der Umwelt in Einklang steht und die auch den eigenen k\u00f6rperlichen und seelischen Befindlichkeiten entspricht: offen und weit.<br \/>\nTREUE hei\u00dft die rechte Art und Weise, in der alle Menschen, alle Paare, alle Gemeinschaften miteinander umgehen sollten, in Ehrlichkeit und Vertrauen.<br \/>\nGEHORSAM definiert die rechte Beziehung zwischen den Menschen und dem gro\u00dfen grenzenlos ewigen Universum (Gott), die rechte Beziehung\/Harmonie zwischen dem Willen, dem Wollen von uns Menschen und dem Willen und Wollen des kosmischen Plans (Gottes).<br \/>\nAber nicht mein, sondern &#8222;Dein WILLE geschehe.&#8220;<br \/>\nSinn kl\u00f6sterlichen Lebens von M\u00f6nchen und Nonnen aller Zeiten &#8211; und des Lebens der Angeh\u00f6rigen des Zen-Ordens Kakunen &#8211; Offene Weite &#8211; unter den Grunds\u00e4tzen von Armut, Treue, Gehorsam ist es, den Menschen heil, ganz werden zu lassen, sowohl in sich selbst als auch in der Beziehung zur gro\u00dfen Mutter Erde, unserer ganzen Umwelt.Alle eure Dharma-Namen haben mit Frieden zu tun:<br \/>\n&#8222;In der Hingabe finde ich Frieden&#8220; und &#8222;Freund und Feind w\u00fcnsche ich rieden&#8220; &#8211; m\u00f6ge das Gebet des Friedens in euch und mit euch manifestiert werden im Leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2. 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