{"id":588,"date":"2012-10-10T16:58:45","date_gmt":"2012-10-10T16:58:45","guid":{"rendered":"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/?p=588"},"modified":"2023-05-09T10:19:42","modified_gmt":"2023-05-09T10:19:42","slug":"wo-christus-und-buddha-sich-umarmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/?p=588","title":{"rendered":"Wo Christus und Buddha sich umarmen (Interview 2012)"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\">Manfred Lang interviewt Taiku G\u00fcttler (09.10.2012)<\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">WO CHRISTUS UND BUDDHA SICH UMARMEN<\/h5>\n<figure id=\"attachment_339\" class=\"thumbnail wp-caption alignright\" style=\"width: 300px\"><a href=\"http:\/\/mechernich.de\/seiten\/aktuelles\/2012\/10\/Taiku_Guettler.php\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-339 size-medium\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/200607-Besuch-Harada-Roshi-Sama138_bearbeitet-1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\"><\/a><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Beim Besuch von Harada Roshi Sama (l.) zeigte sich Taiku G\u00fcttler an der Seite des bekannten japanischen ZEN-Mystikers. Foto: Privat\/pp\/Agentur ProfiPress<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/mechernich.de\/seiten\/aktuelles\/2012\/10\/Taiku_Guettler.php\">den&nbsp;Originaltext&nbsp;finden sie hier<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einst flog er als junger Bundeswehrpilot in der Flugbereitschaft der Bundesregierung die \u201eAlten\u201c, Kanzler Konrad Adenauer und \u201ePapa Heuss\u201c, dann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">trug er die Personalverantwortung f\u00fcr 300 Besch\u00e4ftigte der Stadt K\u00f6ln \u2013 Heute ist \u201eTaiku\u201c G\u00fcttler Prior in der Zen-Kommunit\u00e4t \u201eKakunen-Ji&#8220; im Schloss Wachendorf, das hei\u00dft \u201eTempel der offenen Weite&#8220; \u2013 Der \u201eFriedensmensch\u201c sagt: \u201eIch bin getaufter Christ und ordinierter Buddhist, beides ist irreversibel\u201c&nbsp;<em>&#8211; Langversion f\u00fcr das Web der Stadt Mechernich eines Artikels der KirchenZeitung f\u00fcr das Bistum Aachen von Manfred Lang<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Sagt man. Und es stimmt. Im Turm von Schloss Wachendorf h\u00e4ngt so ein Bild. Man k\u00f6nnte es f\u00fcr einen Farbklecks halten. Es ist ein zerlaufenes Aquarell. Es hing fr\u00fcher im Zendo, dem Meditationsraum der seit 26 Jahren im Schloss meditierenden ZEN-Buddhisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als vor Jahren ein riesiger Ausgleichsbeh\u00e4lter der Zentralheizung von Schloss Wachendorf unter dem Turm-Dach undicht wurde, ergossen sich Dutzende Kubikmeter Wasser in den Turm und ins Zendo. Holzvert\u00e4felungen und Zwischendecken wurden zerst\u00f6rt, Tapeten und Leisten l\u00f6sten sich von den W\u00e4nden. Auch das, was das Aquarell einst dargestellt hatte, wurde ausgel\u00f6scht. Es waren Jesus und Buddha, die sich umarmten, und deren Konturen durch die \u00dcberflutung mit Wasser zu einem einzigen Farbtupfer verschmolzen wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bild zeigt schlicht und ergreifend, was seinem Besitzer Taiku G\u00fcttler Roshi (75), dem Zen-Meister und Prior des Wachendorfer ZEN-Ordens \u201eKakunen-Ji\u201c (Tempel der offenen Weite), am eigenen Leib widerfahren ist. In ihm sind Christentum und Buddhismus eins geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"hrule clearfix\" style=\" height:1px\"><\/div>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Als Kommunionkind erste mystische Erfahrungen<\/h5>\n<figure id=\"attachment_212\" class=\"thumbnail wp-caption alignleft\" style=\"width: 174px\"><a href=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/img2_102012.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-212 size-full\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/img2_102012.jpg\" alt=\"img2_102012\" width=\"174\" height=\"273\"><\/a><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Taiku G\u00fcttler Roshi. Foto: Manfred Lang\/pp\/Agentur ProfiPress<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Junge, der 1946 als Kommunionkind seine erste mystische Erleuchtungserfahrung beim Empfang der Eucharistie hatte und dann katholischer Priester werden wollte, ist tats\u00e4chlich Geistlicher geworden. Aber nicht Pfarrer in der katholischen Kirche, sondern Zen-M\u00f6nch und Prior einer buddhistischen Kommunit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christus und Franziskus, seinen speziellen Namenspatron, hat er daf\u00fcr nicht aufgeben m\u00fcssen. Um durch das \u201eTor zur Stille\u201c zu schreiten, \u201eZa- Zen\u201c zu betreiben, hat sein Meister Harada Roshi ihn einst gelehrt, m\u00fcsse man nicht die Religion wechseln, Zen-Meditation sei eine Hilfe,ein Instrument, die eigene Religion zu vertiefen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleich zu Beginn seiner geistlichen Laufbahn lie\u00df er sich in der japanischen Soto-Zen Tradition als M\u00f6nch ordinieren. Er erhielt den M\u00f6chsnamen \u201eTaiku\u201c (Tiefe Stille).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach langen Jahren intensiven Zen-Trainings mit seinem Lehrer\/Meister Harada Roshi hatte Taiku G\u00fcttler in einem japanischen Zen-Kloster seine zweite mystische All-Ein-Erfahrung (Erwachen zur Erleuchtung). Nach 20 \u00dcbungsjahren machte ihn sein Lehrer Harada Roshi dann zum Zen-Meister und \u00fcbertrug ihm zus\u00e4tzlich zu seinem Nachnamen G\u00fcttler den Titel \u201eRoshi\u201c (Alter Meister) und damit einen Teil seines eigenen Namens und seiner eigenen Identit\u00e4t.<\/p>\n<figure id=\"attachment_571\" class=\"thumbnail wp-caption alignright\" style=\"width: 254px\"><a href=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Koran.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-571 size-full\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Koran.jpg\" alt=\"Koran\" width=\"254\" height=\"168\"><\/a><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Kreuz, Buddha, Koran: Interreligi\u00f6se Symbolik im Refektorium des \u201eTempels der Offenen Weite\u201c in Schloss Wachendorf. Foto: Manfred Lang\/pp\/ Agentur ProfiPress<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">1998\/99 gr\u00fcndete Taiku G\u00fcttler Roshi im Schloss Wachendorf die Kommunit\u00e4t \u201eKakunen-Ji&#8220; ( \u201eTempel der offenen Weite&#8220;). Die Ordensangeh\u00f6rigen leben dort nicht permanent zusammen. Sie kommen donnerstags um 19 Uhr zu zweist\u00fcndigen Meditationen zusammen, und sonntags um 9 Uhr zu dreist\u00fcndigem \u201eSitzen\u201c, wie die meditative Versenkung im halben oder vollen Lotossitz mit Blick zur Wand genannt wird. G\u00e4ste sind \u00fcbrigens willkommen.<br \/>\nUnterbrochen werden die donnerstags zweimal 40 und sonntags dreimal 30 Minuten w\u00e4hrenden Sitz- und Versenkungs\u00fcbungen von meditativem Gehen, hinzu kommen in einem ausgeweiteten Programm noch Teezeremonien und Belehrungen. Taiku G\u00fcttler Roshi ist der Prior der Wachendorfer Kommunit\u00e4t \u201eKakunen-Ji\u201c, der ein Dutzend M\u00f6nche und Nonnen angeh\u00f6ren, sowie der Lehrer der gleichnamigen Zen-Schule, die von einigen Menschen regelm\u00e4\u00dfig zum Meditieren besucht wird.<\/p>\n<div class=\"bilder\" style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Taiku G\u00fcttler ist nicht der einzige im \u201eTempel der offenen Weite\u201c, der in der Zen-Meditation die Verschmelzung seiner origin\u00e4ren christlichen Religion mit der buddhistischen Weltsicht gefunden hat, die keinen Gott im Sinne der gro\u00dfen monotheistischen Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam kennt. Taiku G\u00fcttler spricht vom \u201eAll in Eins\u201c, der Nichttrennbarkeit immanenter und transzendenter Wirklichkeit, wie auch Jesus sie in den Abschiedsreden bei Johannes andeutet, wenn er sagt, der Vater sei in ihm, wie er im Vater, und er bleibe auch nach seinem Fortgang in der Liebe in seinen J\u00fcngern wie die J\u00fcnger in ihm.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><div class=\"hrule clearfix\" style=\" height:1px\"><\/div><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Aus dem \u201eKohlenpott\u201c in die junge Bundeswehr<\/h5>\n<figure id=\"attachment_573\" class=\"thumbnail wp-caption alignleft\" style=\"width: 254px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-573 size-full\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/ZendoInterview.jpg\" alt=\"ZendoInterview\" width=\"254\" height=\"183\"><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Im Zendo, dem Meditationsraum des Wachendorfer Ordens \u201eKakunen-Ji\u201c (Tempel der offenen Weite). Foto: Manfred Lang\/pp\/Agentur ProfiPress<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gro\u00dfgeworden ist Helmut Franz G\u00fcttler im katholischen Bergmannsmilieu des \u201eKohlenpotts\u201c. \u201eWir geh\u00f6rten zu den einfachen Leuten\u201c, erz\u00e4hlt derZen-Prior im Interview mit der Kirchenzeitung f\u00fcr das Bistum Aachen. Der nicht nur spirituell hochbegabte Knabe (\u201eIch bin nach der ersten heiligen Kommunion zwei Wochen wie auf Wolken geschwebt, ich f\u00fchlte mich vereint mit Christus, vereint mit Gott\u201c), durfte vom Vater aus nicht aufs Gymnasium, weil auch sonst niemand aus dem Kreis der untereinander gut bekannten Bergleute auf die h\u00f6here Schule ging.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch w\u00e4re gerne gegangen, aber es ging nicht\u201c, erinnert sich Taiku G\u00fcttler: \u201eAufs Gymnasium gingen die anderen, die aus der sozial gehobenen und verm\u00f6genderen Schicht.\u201c Die Schichten waren nicht durchl\u00e4ssig wie heute, sondern gegeneinander abgeschottet. Was auch dazu f\u00fchrte, dass sein Wunsch, Priester zu werden, im Elternhaus ebenfalls auf Ablehnung stie\u00df. \u201eDie anderen\u201c wurden Priester, nicht Jungs aus dem Bergmannsmilieu. Bergmannss\u00f6hne wurden, wie er, zum Beispiel Maschinenschlosser. Aber G\u00fcttler war nicht nur intelligent, sondern auch ehrgeizig. Er machte Abendschule und \u201ebaute\u201c anschlie\u00dfend den Maschinenbau-Techniker. Dann schuf die Bundesregierung das \u201eAmt Blank\u201c, das im Stillen den Aufbau neuer Streitkr\u00e4fte vorbereitete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr G\u00fcttler der ganz gro\u00dfe Wurf: \u201eDie Bundeswehr war mein Rettungsanker in die Zukunft\u201c.<br \/>\nObwohl sein Vater anfangs zum Soldatenberuf die gleiche Meinung wie zum Priesterberuf vertrat, lie\u00df er sich schlie\u00dflich die Zustimmung entlocken, weil der noch nicht 21j\u00e4hrige (und damit damals noch nicht vollj\u00e4hrige) Sohn, Pilot werden wollte. Das imponierte dem Vater, und nicht nur ihm. Nur eins wollte der Bergmann von seinem Filius wissen: \u201eWas machst du, wenn die dich nicht Pilot werden lassen?\u201c Die Antwort Helmuts beruhigte den Vater: \u201eDann gehe ich wieder nach Hause!\u201c<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><\/h5>\n<div class=\"hrule clearfix\" style=\" height:1px\"><\/div>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Er flog Kanzler und Pr\u00e4sidenten, mit Strau\u00df war G\u00fcttler per Du<\/h5>\n<figure id=\"attachment_575\" class=\"thumbnail wp-caption alignright\" style=\"width: 174px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-575 size-full\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Pilot.jpg\" alt=\"Pilot\" width=\"174\" height=\"272\"><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Der junge vielversprechende Pilot Helmut G\u00fcttler w\u00e4hrend seiner Jetausbildung. Repro: Privat\/pp\/ Agentur ProfiPress<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch dazu kam es nicht. Helmut Franz G\u00fcttler bestand nicht nur alle Flugtauglichkeits- und Eignungstests, er wurde rasch als ganzau\u00dfergew\u00f6hnlicher Pilot mit einem weit \u00fcberdurchschnittlichen Orientierungsverm\u00f6gen und f\u00fcr sein junges Alter ganz ausgepr\u00e4gter Umsicht entdeckt. Er kam nach seiner fliegerischen Ausbildung und Bew\u00e4hrung als Transportflieger beim Erdbebeneinsatz in Agadir 1960 zur Flugbereitschaft der Bundesregierung in K\u00f6ln-Bonn<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Nullkommanichts erwarb der junge talentierte und sichere Flieger seine VIP-Zulassung (von \u201eVery important Person\u201c). Er transportierte Bundeskanzler Adenauer, Erhard, Kiesinger im In- und Ausland, Bundespr\u00e4sident Theodor \u201ePapa\u201c Heuss flog mit ihm, L\u00fcbke, Scheel, der sp\u00e4tere erste Verteidigungsminister Franz-Josef Strauss, der selbst einmal eine Pilotenlizenz erwerben w\u00fcrde, duzte Helmut G\u00fcttler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bergmannssohn machte einen Aufstieg mit \u201ewie es steiler nicht ging\u201c. Als zw\u00f6lf Jahre Bundeswehr und Flugbereitschaft der Bundesregierung vorbei waren,wollte G\u00fcttler ins zivile Pilotenleben wechseln. Die Lufthansa interessierte sich f\u00fcr den jungen Flieger mit VIP-Zulassung: \u201eIch sollte nur ein Jahr als Copilot fliegen, mit dem zehnfachen Monatsgehalt, das ich bei der Bundeswehr verdient hatte, dann w\u00fcrde ich Kommandant werden.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch seine Lufthansa-Uniform blieb ungetragen. Statt Aufstieg kam der Absturz. Tief und unbarmherzig. Nicht mit der Maschine. Helmut Franz G\u00fcttler selbst st\u00fcrzte in Krankheit und tiefe Depression. Unsagbare Kopfschmerzen mit Schwindel und Orientierungsverlust, deren Ursachen zun\u00e4chst niemand kannte und fand, machten ihn von heute auf morgen fluguntauglich. Helmut G\u00fcttler: \u201eEs war so schlimm, dass ich nicht mehr wollte. Aber wir hatten zwei schulpflichtige Kinder, ich musste allein wegen ihnen \u00fcberleben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Raus aus dem Cockpit, zur\u00fcck in die Fabrik? Wo w\u00fcrde er landen? Wie neuen Boden unter die F\u00fc\u00dfe bekommen? Ein erster Anfang war gemacht, als die \u00c4rzte als Grund uns\u00e4glicher Kopfschmerzen einen bis dahin vermuteten Tumor ausschlie\u00dfen konnten. Dann untersuchte ihn im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz eine Kapazit\u00e4t als Neurologe, der dort gerade zuf\u00e4llig Wehr\u00fcbung machte. \u201eDer stellte mich auf den Kopf\u201c, erz\u00e4hlt Taiku G\u00fcttler: \u201eDann stand fest: Ich bin Migr\u00e4niker!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit war zun\u00e4chst einmal Boden gefunden. Helmut G\u00fcttler begann sein zweites Berufsleben nicht bei der Lufthansa, sondern bei der Stadt K\u00f6ln, wo er zuletzt als Verwaltungsleiter die Personalverantwortung f\u00fcr 300 Leute trug. Doch zun\u00e4chst war er der \u201ealte Mann\u201c, der \u201eOpa\u201c unter den Verwaltungs-Azubis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Qu\u00e4lender als das \u201eL\u00e4stern\u201c der jungen Kollegen war die Frage: \u201eWarum das alles? Warum das mir?\u201c Warum war sein Aufstieg aus der Festlegung auf bestimmte Berufe und gesellschaftliche Umgangsgruppen so j\u00e4h unterbrochen, warum war seine zum Beruf gewordene Flugleidenschaft f\u00fcr immer unm\u00f6glich gemacht worden? Warum bekam er immer wieder diese wahnsinnig machenden Migr\u00e4ne-Anf\u00e4lle?<\/p>\n<div class=\"hrule clearfix\" style=\" height:1px\"><\/div>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Erste ZEN-Meditation in der katholischen Kirchenbank<\/h5>\n<figure id=\"attachment_200\" class=\"thumbnail wp-caption alignleft\" style=\"width: 174px\"><a href=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/img6_102012.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-200 size-full\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/img6_102012.jpg\" alt=\"img6_102012\" width=\"174\" height=\"264\"><\/a><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Die Figur des Erleuchteten (= Buddha) Siddhartha Gautama im Meditationsraum der Wachendorfer ZEN-Kommunit\u00e4t. Foto: Manfred Lang\/pp\/Agentur ProfiPress<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der geistliche Mensch, der zu sein Helmut Franz G\u00fcttler nie aufgeh\u00f6rt hatte, machte sich auf die Suche nach Antwort, zun\u00e4chst in seinem, im katholischen Kontext in Kl\u00f6stern und Kirchen. Er sprach mit Priestern, M\u00f6nchen, geistlichen Begleitern und \u00c4bten. \u201eSie sagten mir sinngem\u00e4\u00df alle das gleiche: Ich solle glauben und vertrauen\u201c, G\u00fcttler: \u201eAber das konnte ich nicht: Ich war verzweifelt auf einer brennenden Sinn-Suche.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann ging mit einem mal die T\u00fcr zur weiteren Erkenntnis auf. Es war wieder eine Kirchent\u00fcr. Es war die T\u00fcr von St. Peter in K\u00f6ln. Drinnen lehrte Jesuitenpater Enomiya Lassalle, der ber\u00fchmte katholische Priester und Zen-Meister, Meditation nach japanisch-buddhistischem Vorbild. G\u00fcttler: \u201eIch war fasziniert! Ich machte meine erste Zen-\u00dcbung \u2013 und das in einer christlichen, in einer katholischen Kirchenbank . . .\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch heute tr\u00e4gt der Prior der Kommunit\u00e4t \u201eKakunen-Ji&#8220; im Schloss Wachendorf (\u201eTempel der offenen Weite&#8220;), ein franziskanisches T-Kreuz um den Hals, darauf ein Kreis mit den zur Zen-Meditation schalenf\u00f6rmig ineinandergelegten H\u00e4nden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er hat die Symbiose zwischen Christentum und Buddhismus erfahren, sagt Taiku G\u00fcttler, die Verschmelzung zum \u201eAll-Ein-Sein\u201c, die Umarmung Jesu mit dem \u201eErwachten\u201c (= Buddha) Siddhartha Gautama, das Verschwinden der Konturen, die die Religionen und Kulturen zu trennen scheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei ihm legte sich ein Schalter um, als man ihn in japanischen Zen-Kl\u00f6stern aufforderte, nicht mehr nur zu glauben und zu vertrauen, sondern selbst zu erfahren. Die Erfahrungen in der geistlichen Versenkung, das innere Erleben und die Schau in der Meditation halfen Helmut Franz G\u00fcttler aus dem Versunkensein in der Depression \u00fcber seine Krankheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er machte nach der ersten heiligen Kommunion als Knabe ein zweites Mal die Erfahrung mystischen Eins-Seins, diesmal im japanischen Zen-Kloster, als ihm nach langen \u00dcbungen und Meditationen \u00fcber ein aufgegebenes R\u00e4tsel schlagartig klar wurde, dass seine Gedanken und die seines geistigen Lehrers nicht mehr zu unterscheiden waren, sondern gleichsam ineinander \u00fcbergingen.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><div class=\"hrule clearfix\" style=\" height:1px\"><\/div><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Das Reich Gottes bricht auch laut Jesus in uns an<\/h5>\n<figure id=\"attachment_218\" class=\"thumbnail wp-caption alignright\" style=\"width: 254px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-218 size-full\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/img7_102012.jpg\" alt=\"img7_102012\" width=\"254\" height=\"186\"><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Christliche und buddhistische Symbolik findet sich auch in der Architektur des Wachendorfer Zendo: Tempel-Tor und Thau-Kreuz an der Wand , mit einem Ring zur Decke verbunden. Foto: M. Lang\/pp\/ Agentur ProfiPress<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch bin getaufter Christ und ordinierter Buddhist\u201c sagt Taiku G\u00fcttler Roshi heute. Er wurde von seinem geistlichen Lehrer Abt Harada Roshi bereits<br \/>\nganz am Anfang seiner geistlichen Laufbahn ordiniert, dem Zen-Meister, bei dem auch Pater Lassalle die hohe Schule buddhistischer Meditation durchlaufen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Taiku G\u00fcttler: \u201eHara Roshi hat uns gesagt, wir m\u00fcssen nicht Buddhisten werden, wenn wir Zen-Meditation betreiben. Er hat gesagt: \u00bbIhr habt dann die M\u00f6glichkeit in Euch, Eure Religion zu vertiefen\u00ab.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Taiku G\u00fcttler, der Prior vom Zendo in Schloss Wachendorf, sagte im Interview: \u201eJesu Wort, dass das Reich Gottes in uns bereits angebrochen ist, habe ich am eigenen Leib erfahren. Das ist \u201eErleuchtung\u201c, wenn man sp\u00fcrt, dass da keine Trennung ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus diesem \u201eReich Gottes\u201c sch\u00f6pft Taiku G\u00fcttler seine Ruhe und Gelassenheit, aber auch seine Kraft, viele Dinge zu tun. Seit er Rentner ist, mehr denn je.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit acht Jahren engagiert sich der Prior als \u201e\u00fcberkonfessioneller Seelsorger\u201c in der Hospizbewegung bei der Begleitung Sterbender zu Hause und vor allem im \u201eMarienhospital\u201c und Hospiz \u201eHaus Erftaue\u201c in Erftstadt, wo er seit 40 Jahren mit seiner Ehefrau und fr\u00fcher auch mit den beiden Kindern wohnt und lebt. Als sei es ein gut gehender Handwerksbetrieb oder ein Wirtschaftsunternehmen sagt der Mann, der sich selbst einen \u201eFriedensmenschen\u201c nennt: \u201eDie Sterbebegleitung ist mein zweites Standbein geworden.\u201c Dieses Tun ist f\u00fcr ihn Ergebnis seines spirituellen Wegs als \u201eHelfer der Menschen bei der Geburt auf der anderen Seite\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sein erstes ist das Zendo, die Zen-Schule und Kommunit\u00e4t in Wachendorf. Dort h\u00e4ngt nicht nur die zum Farbfleck zusammengeschmolzene Umarmung zwischen Jesus und Buddha, sondern auch ein islamischer Gebetsteppich und eine katholische Priesterkasel, Geschenke von Angeh\u00f6rigen anderer Religionen an das Wachendorfer Zendo und seinen Meister.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und drau\u00dfen vor dem Zendo h\u00e4ngt eine \u201eFriedensglocke\u201c im Denk-mal-Frieden, die jeden Sonntagmittag um f\u00fcnf vor Zw\u00f6lf am Ende der etwa dreist\u00fcndigen Zen-\u00dcbungen, angeschlagen wird. Taiku G\u00fcttler: \u201eIhr Klang geht unmittelbar in das Angelus-Gel\u00e4ut der Wachendorfer Kapelle \u00fcber.\u201c Als die Friedensglocke vor zehn Jahren eingeweiht wurde, war auch der beliebte Wachendorfer Pfarrer Alois Jansen mit dabei \u2013 und Vertreter der evangelischen Kirche, des Islam und der j\u00fcdischen Kultusgemeinde . . .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">pp\/Agentur ProfiPress<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(9.10.2012)<\/p>\n<div class=\"hrule clearfix\" style=\" height:1px\"><\/div>\n<figure id=\"attachment_214\" class=\"thumbnail wp-caption alignleft\" style=\"width: 174px\"><a href=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/img10_102012.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-214 size-full\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/img10_102012.jpg\" alt=\"img10_102012\" width=\"174\" height=\"273\"><\/a><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Foto: Manfred Lang\/pp\/Agentur ProfiPress<\/figcaption><\/figure>\n<p>Helmut Franz G\u00fcttler wollte katholischer Priester werden, heute ist er getaufter Christ und ordinierter Buddhist. Die Friedensglocke vor dem Zendo in Schloss Wachendorf wurde seinerzeit unter Beteiligung mehrerer Geistlicher mehrerer Religionen eingesegnet. Auch der beliebte Antweilerner Pastor Alois Jansen war mit von der Partie, wie auch Taiku G\u00fcttler selbst. Heute l\u00e4utet die Glocke in das Mittagsgel\u00e4ut (Angelus) des Wachendorfer Kapellchens hinein, beide Glocken erg\u00e4nzen einander, l\u00f6sen einander ab.<\/p>\n<div class=\"bilder\"><\/div>\n<p>Einst wollte Franz Helmut G\u00fcttler Priester werden. Er wurde Pilot und schlie\u00dflich Prior im Zen-Kloster.<\/p>\n<div align=\"center\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manfred Lang interviewt Taiku G\u00fcttler (09.10.2012) WO CHRISTUS UND BUDDHA SICH UMARMEN den&nbsp;Originaltext&nbsp;finden sie hier Einst flog er als junger Bundeswehrpilot in der Flugbereitschaft der Bundesregierung die \u201eAlten\u201c, Kanzler Konrad &hellip; <a href=\"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/?p=588\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":98,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"kt_blocks_editor_width":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-588","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=588"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/588\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":962,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/588\/revisions\/962"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/98"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}