{"id":647,"date":"2015-05-05T05:16:57","date_gmt":"2015-05-05T05:16:57","guid":{"rendered":"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/?p=647"},"modified":"2023-05-09T10:20:18","modified_gmt":"2023-05-09T10:20:18","slug":"dritte-ordination-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/?p=647","title":{"rendered":"dritte Ordination (2015)"},"content":{"rendered":"<h5>3. ORDINATION von M\u00f6nchen und Nonnen<br \/>\nam 25. April 2015<\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5>Taiku Roshis Worte zur 3. ORDINATION am 25. April 2015<br \/>\n<a href=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/DSC05146.jpg\"><br \/>\n<\/a><a href=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/DSC05124.jpg\"><br \/>\n<\/a><\/h5>\n<figure id=\"attachment_622\" class=\"thumbnail wp-caption alignright\" style=\"width: 300px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-622 size-full\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1020358.jpg\" alt=\"P1020358\" width=\"300\" height=\"169\"><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Die 3 Grunds\u00e4tze des Ordens &#8211; Armut, Treue und Gehorsam<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"txt_gelb\">KUSEN vor der Ordination<\/p>\n<p>Heute am Gr\u00fcndungstag von Kakunen-shu werden wir zum dritten&nbsp;Mal eine Jukaizeremonie, ein Ordinationsritual durchf\u00fchren und vier&nbsp;Novizen \u00fcbernehmen die Kais, die Gel\u00fcbde, die Gebote und werden Angeh\u00f6rige unseres Zen-Ordens \u201cOffene Weite\u201d \u2013 Kakunen -.<br \/>\nDies Ritual ist zwar \u00e4u\u00dferes Geschehen, aber subtil ber\u00fchrt es die Grundfeste unserer Existenz. Im Buddhismus hei\u00dft es daher, dass das Ablegen der Gel\u00fcbde, die \u00dcbernahme der Kais, f\u00fcnf Generationen vor uns und f\u00fcnf Generationen nach uns befreit.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Geschehen!<\/p>\n<p>Und dann m\u00f6chte ich heute etwas erkl\u00e4ren. Ich orientiere mich dabei an den Lehren eines alten Zen-Patriarchen.<br \/>\nZun\u00e4chst einmal umfasst der Zen-Weg, der Buddhaweg drei grundlegende Elemente, n\u00e4mlich die Gebote\/Gel\u00fcbde (kai), Zazen (jo) und Satori-Weisheit (e).<br \/>\nDiese drei stellen zwar eine Einheit dar, aber man kann sagen, die Gel\u00fcbde\/Kais sind das Fundament, auf dem Zazen aufbaut und beide werden von Satori \u2013 Erwachen \u2013 gekr\u00f6nt. Diese Beziehung stellt sich sehr sch\u00f6n am Beispiel eines Hausbaus dar:<br \/>\nDie Kais sind der Bauplatz, das Fundament, Zazen ist das Geb\u00e4ude selbst und Satori \u2013 erwachte Weisheit \u2013 die Ausstattung. Dann ist alles komplett, man kann dort wohnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_627\" class=\"thumbnail wp-caption alignleft\" style=\"width: 300px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-627 size-full\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1020261.jpg\" alt=\"P1020261\" width=\"300\" height=\"169\"><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Ordinationszeremonie<\/figcaption><\/figure>\n<p>So sind die Kais, Zazen und erwachte Weisheit untrennbar miteinander verbunden.<br \/>\nBei dem Haus-Beispiel hei\u00dft das, dass der Grund und Boden, die Basis erst Wert gewinnt, wenn ein Haus darauf gebaut wird. Und ein Haus wird erst wirklich bewohnbar, wenn es ausgestattet ist, wenn ein Garten angelegt ist.<br \/>\nErst durch alle drei Bestandteile entsteht ein kompletter Lebensraum.<\/p>\n<p>Was sind nun diese Kais, Gel\u00fcbde, Gebote? Ich werde in der Ordinationszeremonie ausf\u00fchrlich etwas dazu sagen.<br \/>\nAber summa summarum ergeben sich 16 Aspekte und diese 16 Richtlinien sind keine schwer zu haltenden von au\u00dfen auferlegten Gebote oder Verbote. Sie beschreiben vielmehr ein Verhalten, das ganz nat\u00fcrlich aus der Buddhanatur erw\u00e4chst.<br \/>\nDiese seit altersher \u00fcberlieferten sechzehn Gel\u00fcbde sind in der Zen-Tradition f\u00fcr M\u00f6nche\/Nonnen und Laien-Ordinierte v\u00f6llig gleich. M\u00f6nche gehen ins Kloster und gehen den Weg in einer Klostergemeinschaft (sie verlassen das Haus = shukke tokudo). Laien-Ordinierte leben in der Familie und gehen den Weg im Alltagsleben (zu Hause = zaike tokudo).<\/p>\n<p>Wer also die Regeln, die Gel\u00fcbde \u00fcbernimmt, sollte sich bewusst sein, dass sie der nat\u00fcrliche Ausdruck einer harmonischen Lebensf\u00fchrung sind, die sich aus der Buddhanatur, dem Licht des gro\u00dfen Lebens ergibt.<br \/>\nAlle Lebewesen besitzen als Geburtsrecht die Buddhanatur und daher sollte sich auch jeder bem\u00fchen, diese grundlegenden Regeln einzuhalten, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von Ordinationsritualen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_625\" class=\"thumbnail wp-caption alignright\" style=\"width: 300px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-625 size-full\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1020293.jpg\" alt=\"P1020293\" width=\"300\" height=\"169\"><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Entz\u00fcnden des Lichtes vor Buddha<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ja, eine \u00e4u\u00dfere Verpflichtung zum Einhalten und Sch\u00fctzen der Kais mag wie eine Einschr\u00e4nkung wirken, aber f\u00fcr den, der sich auf den Weg macht,&nbsp;ist \u00dcbernahme der Gebote, ist Ordination der erste Schritt wie Dogen Zenji es auch betont.<br \/>\nSie sind die Grundlage, die Basis, das Fundament. Wie soll man ein Haus bauen, wenn man keinen Grund und Boden besitzt? Genau so unm\u00f6glich ist es, nach den Lehren der alten Meister Fortschritte auf dem Weg im Zazen zu machen, wenn die Grundlage der Gel\u00fcbde fehlt.<br \/>\nSo werden undisziplinierte Menschen, eben Faule, Willensschwache, Ungeduldige, Unmoralische, zur Disziplin des Zazen nicht in der Lage sein.<br \/>\nSo ist ein diszipliniertes Leben Grundlage f\u00fcr den Buddha-Weg, f\u00fcr den Zen-Weg.<br \/>\n\u201cDie Wurzel eines disziplinierten Lebens und der Zazen-\u00dcbung sind die Kais, die Gel\u00fcbde\u201d sagte ein alter Zen-Meister. Und auf die Frage \u201cWas ist dann Zen?\u201d antwortet er: \u201cZen ist das Erlangen des Friedens und der Gelassenheit, die im Kern unseres Wesens, das hei\u00dft in unserer Buddhanatur liegen. Zen ist die Verwirklichung unserer Buddhanatur mitten im Leben.\u201d<br \/>\nDie Kais, die Gel\u00fcbde im Zen sind also danach in derselben Buddhanatur begr\u00fcndet \u2013 ihr Inhalt ist ein und derselbe -; der einzige Unterschied liegt darin, dass die Gel\u00fcbde, die Kais, Regeln sind, die man von au\u00dfen annimmt, an die man glaubt und die man sich einzuhalten bem\u00fcht, w\u00e4hrend Zen eine Praxis ist, ein \u00dcbungs-Weg, der zur Realisation der eigenen Buddha-Natur f\u00fchrt. Der so gewonnene innere Frieden, diese offene Weite des gro\u00dfen Lebens f\u00fchrt dazu, dass man die Regeln, die Gel\u00fcbde nat\u00fcrlich spontan als Bestandteil des eigenen Lebens erkennt und ganz nat\u00fcrlich freiwillig nach ihnen lebt.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/DSC05124.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-624 alignleft\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/DSC05124.jpg\" alt=\"DSC05124\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/DSC05124.jpg 300w, https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/DSC05124-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Regeln und Gebote, diese Begriffe sind so gesehen auch nicht sehr zutreffend. Besser w\u00e4re der Begriff<br \/>\n\u201cMerkmale eines guten Charakters\u201d, Prinzipien also, die das Verhalten eines Menschen des Weges, eben eines Buddhas auszeichnen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nur aufrichtig versuchen auf unserem Weg nach diesen \u201cMerkmalen eines guten Charakters\u201d zu leben, im Einklang mit dem Dharma, im Einklang mit der nat\u00fcrlichen Ordnung der Dinge, im Einklang mit dem gro\u00dfen Leben. Mit den Gel\u00fcbden legen wir das Fundament, tun wir den ersten Schritt.<\/p>\n<p>Am 25. April 1999, heute vor 16&nbsp;Jahren, sind wir auch hier im Zendo zusammengekommen, um entsprechend zen-buddhistischer Tradition das Jukai-Ritual, das Ritual der Weitergabe der Kais, der Regeln, der Gebote Buddhas, durchzuf\u00fchren. In diesem Ritus werden auch heute vier&nbsp;Novizen durch die \u00dcbergabe und \u00dcbernahme der Kais, der Gebote, zu Sch\u00fclern in der Nachfolge von Buddha Shakyamuni. Sie werden gleichzeitig mit ihrem \u201cIch will\u201d zu Angeh\u00f6rigen, oder besser: Br\u00fcdern und Schwestern, im Zen-Orden \u201cOffene Weite.\u201d<\/p>\n<p>Vor 16 Jahren wurden erstmals im Kakunen-Zen die Kais weitergegeben. Weitergabe des Zen-\u00dcbungswegs \u00fcber viele Jahre und Weitergabe der Regeln, der Kais am 25.4.99 manifestierten die unabh\u00e4ngige, westlich-abendl\u00e4ndische Zen- shu Kakunen, die Lebens-Schule \u201cOffene Weite.\u201d<\/p>\n<figure id=\"attachment_626\" class=\"thumbnail wp-caption alignright\" style=\"width: 300px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-626 size-full\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1020271.jpg\" alt=\"P1020271\" width=\"300\" height=\"169\"><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">\u00dcbergabe des Rakusus und des Ordinationsnamens<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aber wir haben an diesem Tag noch einen weiteren Schritt hier auf unserem Boden getan. V\u00f6llig neu in einer Zen-shu, aber in einer gro\u00dfen Vision, begr\u00fcndeten wir die Ordensgemeinschaft \u201cOffene Weite\u201d, und es war ein gro\u00dfes, grenz\u00fcberschreitendes Geschehen und f\u00fcr mich pers\u00f6nlich darin eingesetzt sein als Werkzeug von viel Gr\u00f6\u00dferem, vielleicht als Werkzeug des Mysteriums des gro\u00dfen Lebens. Damals habe ich gesagt: \u201cDas ist ein wichtiger Schritt f\u00fcr alle Beteiligten, etwas Neues beginnen, sich auf Unbekanntes einlassen, das erfordert Mut und gro\u00dfes Vertrauen \u2013 Vertrauen in dieses gro\u00dfe Geschehen.\u201d<br \/>\nHeute sage ich: Mut und Vertrauen in sich selbst, in seine M\u00f6glichkeiten.<br \/>\nDer Verlust von Mut und Vertrauen kann tiefgreifende Folgen haben f\u00fcr sich selbst und auch f\u00fcr den Orden, die Br\u00fcder und Schwestern einer besonderen Familie.<br \/>\nUnd daher haben wir heute hier versammelt Novizen, die sich in Kenntnis der Probleme, die bei einzelnen Ordinierten entstanden sind, lange pr\u00fcfen konnten, ob ihr Mut und Vertrauen stark genug sind, um offenen Herzens \u201cJa, ich will\u201d sagen zu k\u00f6nnen zu den Ordensgrunds\u00e4tzen: Armut, Treue, Gehorsam.<\/p>\n<h5>Das ist eine Lebensentscheidung.<\/h5>\n<p>Das ist keine Dekoration mit \u00c4u\u00dferlichkeiten. Das ist die Entscheidung und das Gel\u00f6bnis zur Einfachheit und Klarheit urspr\u00fcnglichen Lebens zur\u00fcckzufinden.<br \/>\nDas ist nach Dogen Zenji der erste Schritt auf dem Weg.<\/p>\n<p>Und dann hei\u00dft es: Gehen, nicht Ausruhen. Und daher ist jedes Ordinationsritual auch eine Pr\u00fcfung, R\u00fcckbesinnung und Erneuerung des \u201cJa, ich will\u201d f\u00fcr alle, die die Kais \u00fcbernommen haben, f\u00fcr alle Ordinierten.<br \/>\nManchen mag es im Nachhinein immer noch nicht klar sein, ja ihn vielleicht sogar schaudern lassen, worauf man sich mit diesem \u201cersten Schritt\u201d wirklich einl\u00e4sst.<br \/>\nAber den Zen-Weg wirklich gehen, das hei\u00dft nun einmal sich auf Armut, Treue, Gehorsam uneingeschr\u00e4nkt einzulassen, sonst hat das mit Zen-Weg oder sonst \u201ceinen wahren spirituellen Weg gehen\u201d nichts zu tun.<\/p>\n<p>Was bedeuten diese Ordensgrunds\u00e4tze f\u00fcr euch, f\u00fcr uns und alle Menschen des Weges? Armut, Treue, Gehorsam.<br \/>\nDies sind uralte m\u00f6nchische Ideale, aber wenn ihr genau hinseht, sind alle in den Kais und dem h\u00f6chsten Kai \u2013 Zazen \u2013 enthalten.<br \/>\nWer sich auf einen spirituellen \u00dcbungsweg begibt, muss zu Einfachheit und Klarheit urspr\u00fcnglichen Lebens zur\u00fcckfinden.<br \/>\nAber wie kann es gelingen, die Einfachheit und Klarheit eines Klosterlebens in unser von Konsumstress und rastloser Aktivit\u00e4t gepr\u00e4gtes Alltagsleben zu integrieren?<br \/>\nWie einen tieferen Sinn, eben eine neue Klarheit und Bescheidenheit in unser t\u00e4gliches Leben bringen?<\/p>\n<p>Gel\u00fcbde, Disziplin sind unabdingbare Voraussetzungen jeder spirituellen Entwicklung. Gel\u00fcbde bestimmen die kl\u00f6sterliche Lebensweise.<br \/>\nF\u00fcr uns Menschen in der Welt, im Alltagsleben, beinhalten diese Gel\u00fcbde viel umfassendere Aspekte\/Wahrheiten, die auf alle Lebensaspekte anwendbar sind.<\/p>\n<p>ARMUT bedeutet hier die rechte Einstellung zur gesamten materiellen Umwelt, bedeutet eine Lebensweise entwickeln, die ohne Anhaftung mit der Umwelt in Einklang steht und die auch den eigenen k\u00f6rperlichen und seelischen Befindlichkeiten entspricht: offen und weit.<br \/>\nTREUE hei\u00dft die rechte Art und Weise, in der alle Menschen, alle Paare, alle Gemeinschaften miteinander<br \/>\numgehen sollten, in Ehrlichkeit und Vertrauen.<br \/>\nGEHORSAM definiert die rechte Beziehung zwischen den Menschen und dem gro\u00dfen grenzenlos ewigen Universum (Gott), die rechte Beziehung\/Harmonie zwischen dem Willen, dem Wollen von uns Menschen und dem Willen und Wollen des kosmischen Plans (Gottes).<br \/>\nAber nicht mein, sondern \u201cDein WILLE geschehe.\u201d<br \/>\nSinn kl\u00f6sterlichen Lebens von M\u00f6nchen und Nonnen aller Zeiten \u2013 und des Lebens der Angeh\u00f6rigen des Zen-Ordens Kakunen \u2013 Offene Weite \u2013 unter den Grunds\u00e4tzen von Armut, Treue, Gehorsam ist es, den Menschen heil, ganz werden zu lassen, sowohl in sich selbst als auch in der Beziehung zur gro\u00dfen Mutter Erde, unserer ganzen Umwelt. Alle eure Dharma-Namen haben mit Frieden zu tun:<br \/>\n\u201cIn der Hingabe finde ich Frieden\u201d und \u201cFreund und Feind w\u00fcnsche ich Frieden\u201d \u2013 m\u00f6ge das Gebet des Friedens in euch und mit euch manifestiert werden im Leben.<\/p>\n<p class=\"txt_gelb\" style=\"text-align: justify;\">Als n\u00e4chstes \u00fcbergebe ich euch die grundlegenden Regeln oder reinen Vorschriften:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><span class=\"txt_fett\">Tue nichts B\u00f6ses.&nbsp;<\/span>Das hei\u00dft nicht \u201edu darfst nicht&#8220;, vielmehr bedeutet dies \u201ekann nicht sein&#8220;, \u201egeht nicht&#8220; &#8211; wenn ihr eins werdet mit dem Wollen des Universums.<br \/>\nB\u00f6ses kann nicht sein, in der Wahrheit an sich. Erst wenn ihr nicht in Harmonie seit mit der Wahrheit eures gro\u00dfen Lebens, au\u00dferhalb der Regeln, gegen die Kais, dann wird dies zu einer Form von B\u00f6sem (Hindernisse).<br \/>\nWir leben in st\u00e4ndig wechselnden Rollen. Abh\u00e4ngig von der Umgebung, der Zeit, den Umst\u00e4nden ist man Sohn\/Tochter\/Arbeitskollege\/Enkel\/Ordensangeh\u00f6riger.<br \/>\nBedingt durch Ursache und Wirkung (Inensetsu) wechselt dies st\u00e4ndig. In allen dieses Umst\u00e4nden als Mensch zu agieren und zu reagieren entsprechend dieser Umst\u00e4nde, in Einklang dieser Regeln, den Gesetzen der Welt und dem Wollen des kosmischen Plans, das meint die erste Vorschrift.<\/li>\n<li><span class=\"txt_fett\">Tue Gutes.&nbsp;<\/span>Die zweite reine Vorschrift. Diese reine Regel schlie\u00dft die erste \u201eTue nichts B\u00f6ses&#8220; und die dritte Regel vollkommen ein:<\/li>\n<li><span class=\"txt_fett\">Tue Gutes f\u00fcr Andere und l\u00e4utere deinen Geist.<\/span>&nbsp;Dies sind die positiven Seiten der ersten Regel. Dies ist Boddhisattva-Geist. Nicht f\u00fcr sich allein, sondern f\u00fcr das Wohlergehen von Anderen, von allen Lebewesen. Diese drei grundlegenden reinen Regeln gehen den 10 wichtigen Regeln voraus. Die sind ein mehr konkreter Weg um zu zeigen, wie man so lebt und ist. Ich frage euch jetzt: Seit ihr bereit diese drei grundlegenden Regeln zu \u00fcbernehmen, zu bewahren und bestm\u00f6glich zu befolgen, dann beantwortet mit: \u201eJa, ich will&#8220;. (Antwort)<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"txt_gelb\" style=\"text-align: justify;\">Die zehn wichtigen Kais (Regeln)<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Dai ichi fu sessho kai &#8211; Nicht t\u00f6ten<\/li>\n<li>Dai ni fu chuto kai &#8211; Nicht stehlen<\/li>\n<li>Dai san fu jain kai &#8211; Nicht unreine Sexualit\u00e4t<\/li>\n<li>Dai yo fu mogo kai &#8211; Nicht l\u00fcgen<\/li>\n<li>Dai go fu koso kai &#8211; nicht Drogen missbrauchen<\/li>\n<li>Dai roku fu akuko kai &#8211; nicht \u00fcber Fehler Anderer reden<\/li>\n<li>Dai shishi fu ken hozai kai &#8211; nicht sich selbst loben und Andere herabsetzen<\/li>\n<li>Dai hachi fu rosetsu kai &#8211; nicht geizig sein (mit dem Dharma)<\/li>\n<li>Dai kyu fu anken kai &#8211; nicht w\u00fctend sein<\/li>\n<li>Dai jiu fu bodaya hosanbo kai &#8211; nicht die drei Sch\u00e4tze Buddha-Dharma- Sangha herabsetzen l\u00e4stern (Vorw\u00fcrfe)<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Gebote, Verhaltensregeln, h\u00e4ngen sehr eng mit dem Alltagsleben zusammen.<\/p>\n<p><strong>1. Nicht t\u00f6ten (kein Leben nehmen)<\/strong><\/p>\n<p>Bodhidarma sagt dazu: \u201eDie Selbstnatur ist unfassbar wundervoll. Im ewigen Dharma den Gedanken der Vernichtung nicht aufkommen zu lassen ist das Gebot nicht zu t\u00f6ten. In der Wahrheit, der Wirklichkeit jenseits dualistischen Denkens ist die Zweiteilung von \u201et\u00f6ten&#8220; und \u201eget\u00f6tet werden&#8220; aufgehoben. Dogen sagt dazu: \u201eDas Leben Buddhas aufrecht erhalten, zu leben, hei\u00dft nicht zu t\u00f6ten&#8220;. Achtung vor dem Leben!<\/p>\n<p><strong>2. Nicht stehlen (nur nehmen was einem gegeben wird)<\/strong><\/p>\n<p>Im gro\u00dfen Universum gibt es kein \u201eMein&#8220; und kein \u201eDein&#8220;. Was k\u00f6nnte man stehlen, was einem gestohlen werde? In dieses Gebot geh\u00f6rt die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit. Gro\u00dfz\u00fcgigkeit \u00fcben, indem ich meine Zeit, Energie, materiellen Mittel mit denen teile, die sie brauchen.<\/p>\n<p><strong>3. Keinen unreinen Sex<\/strong><\/p>\n<p>Bodhidarma: \u201eDie Selbstnatur ist unfassbar wundervoll. Im Bereich des Dharmas des Nichtanhaftens, Gedanken an anhaften nicht aufkommen lassen, wird das Verbot Sexualit\u00e4t nicht zu missbrauchen genannt&#8220;. Einfacher: Kein liebloser, gieriger Sex, keine Ausnutzung eines anderen zu seiner reinen sexuellen Befriedigung, sondern liebevolles zugetansein.<\/p>\n<p><strong>4. Nicht l\u00fcgen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bodhidarma: \u201eDie Selbstnatur ist unfassbar wundervoll. Im Bereich des Dharma der jenseits allen Ausdrucks ist, kein einziges Wort zu predigen, wird das Gebot nicht l\u00fcgen genannt&#8220;. Harada Roshi bezieht diese Regel besonders auf Zen-\u00dcbende, die meinen und erz\u00e4hlen, dass sie was erreicht haben. Dies ist L\u00fcge und Hindernis auf dem Weg zum wahren Selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Nicht Drogen missbrauchen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hierbei geht es um alle Mittel, welche die Wirklichkeit, die Wahrheit des Lebens \u201evernebeln&#8220;. Alles was, wie auch immer \u201ebetrunken&#8220; macht f\u00e4llt als \u201eDrogen&#8220; unter diese Regel. Das k\u00f6nnen selbst die Reden gro\u00dfer Meister sein, dann n\u00e4mlich, wenn man Worte absolut setzt. Worte sind immer nur ein Versuch etwas zu beschreiben, niemals die Wirklichkeit, die Wirklichkeit an sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6. Nicht \u00fcber Fehler anderer reden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir neigen vielfach dazu mit dem Finger auf andere zu zeigen, ihre \u201eFehler&#8220; anzuprangern. Bedenkt, dass nur der Zeigefinger in Richtung des anderen weist. Mindestens drei Finger weisen auf einen selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>7. Nicht sich selbst loben und andere tadeln<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stellt man sich selbst heraus, wertet man andere ab. \u201eKein Ich gegen das Du setzen&#8220;, sagt Bodhidarma dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>8. Nicht geizig sein<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das gilt f\u00fcr alle materiellen Dinge, aber viel mehr gilt es f\u00fcr Geiz an Liebe, an Respekt, an Vertrauen. Im Zen bedeutet dies weitergeben was man selbst bekommen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>9. Nicht w\u00fctend sein<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das wohl schwierigste Gebot \u00fcberhaupt. Hass &#8211; vielfach eng verbunden mit Wut &#8211; ist eins der gr\u00f6\u00dften Geistesgifte, die den Weg v\u00f6llig verdunkeln. Fast immer wird man w\u00fctend wenn das Ego-Ich sich behauptet. Ich werde oft w\u00fctend wenn ich erlebe, wie Zen-Menschen mit den Kais umgehen, wie l\u00e4ssig sie es mit dem Weg nehmen. Auch f\u00fcr mich immer wieder eine gute \u00dcbung dieser Regel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>10. Nicht die drei Kostbarkeiten (Sch\u00e4tze) herabsetzen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kritisieren, als unwichtige buddhistische Wortspiele abtun &#8211; wie im Zen leider verbreitet &#8211; sich raussuchen was man mag und damit trennen, das bedeutet Buddha, Dharma und Sangha herabsetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies sind die zehn wichtigen Regeln, die ich kurz erkl\u00e4rt habe und jetzt an euch weitergebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich frage euch jetzt: Wollt ihr diese Kais \u00fcbernehmen, bewahren und im Leben bestm\u00f6glich einhalten, dann antwortet mit \u201eJa ich will&#8220;(Antwort)<\/p>\n<figure id=\"attachment_668\" class=\"thumbnail wp-caption aligncenter\" style=\"width: 178px\"><a href=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_20150425_164110.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-668\" src=\"http:\/\/kakunen-zen.de\/newsite\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_20150425_164110.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"238\"><\/a><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Ein Geschenk zum Dank<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3. ORDINATION von M\u00f6nchen und Nonnen am 25. April 2015 Taiku Roshis Worte zur 3. ORDINATION am 25. April 2015 KUSEN vor der Ordination Heute am Gr\u00fcndungstag von Kakunen-shu werden &hellip; <a href=\"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/?p=647\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":627,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"kt_blocks_editor_width":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-647","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=647"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/647\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":963,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/647\/revisions\/963"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/627"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kakunen-zen.de\/newsite\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}